Bambus French Terry – Eigenschaften, Unterschiede & Nähideen

Bambus French Terry ist eine Stoffqualität, bei der man den Unterschied besonders gut merkt, wenn man sie einmal in der Hand hatte. Mit ca. 300 g/m² ist er sogar kräftiger und schwerer als mein klassischer French Terry mit ca. 250 g/m². Trotzdem fühlt er sich wunderbar weich und geschmeidig an und hat einen besonders schönen, fließenden Fall.

Auch die Innenseite ist angenehm weich. Die für French Terry typischen Schlingen sind deutlich zu erkennen, fühlen sich aber keineswegs rau an. Zusammen mit der glatten, weichen Außenseite entsteht so eine Stoffqualität, die ordentlich Substanz mitbringt und sich trotzdem wunderbar anschmiegt.

Genau diese Kombination macht Bambus French Terry für viele verschiedene Nähprojekte interessant. In diesem Beitrag schauen wir uns genauer an, was den Stoff auszeichnet, wie er sich von klassischem Baumwoll-French-Terry und Bambus Jersey unterscheidet und für welche Kleidungsstücke sich die unterschiedlichen Qualitäten besonders gut eignen.

In diesem Beitrag:

Was ist Bambus French Terry?

French Terry ist eine gestrickte, elastische Stoffart mit zwei unterschiedlichen Seiten. Die Außenseite ist glatt, während sich auf der Innenseite die charakteristischen kleinen Schlingen befinden.

Beim Bambus French Terry von Stich & Schere ist diese typische Schlingenstruktur gut sichtbar und gleichzeitig angenehm weich. Auch die glatte Außenseite fühlt sich sehr weich und geschmeidig an.

Meine Bambus-French-Terry-Qualität besteht aus:

  • 95 % Bambus
  • 5 % Elasthan
  • ca. 300 g/m²
  • ca. 150 cm Stoffbreite

Mit seinen ca. 300 g/m² gehört er zu den kräftigeren Stoffqualitäten. Das merkt man durchaus, wenn man ihn in der Hand hält: Er hat Gewicht und Substanz. Gleichzeitig bleibt er aber beweglich und geschmeidig und fällt weich nach unten.

Der Elasthananteil sorgt zusätzlich für Elastizität und macht den Stoff besonders interessant für bequeme Kleidungsstücke, die Bewegungen mitmachen sollen.

💡 Kleine Stoffkunde

Bei Textilien wird häufig verkürzt von „Bambus“ gesprochen. Textile Fasern aus Bambus werden aus Cellulose gewonnen, deren Ausgangsmaterial Bambus ist. Je nach Herstellungsverfahren kann daraus beispielsweise Viskose entstehen. Bei meinen Stoffen gebe ich die Materialzusammensetzung entsprechend der Herstellerangabe mit 95 % Bambus und 5 % Elasthan an.

Was macht Bambus French Terry besonders?

Das Spannende an Bambus French Terry ist nicht eine einzelne Eigenschaft, sondern die Kombination aus Gewicht, Weichheit und Fall.

Mit ca. 300 g/m² ist meine Bambus-Qualität sogar schwerer als mein klassischer Baumwoll-French-Terry. Man könnte deshalb zunächst erwarten, dass der Stoff entsprechend kompakter oder fester wirkt. Genau das ist aber nicht der Fall.

Er fühlt sich auf Vorder- und Rückseite sehr weich an, lässt sich geschmeidig bewegen und fällt trotz seines höheren Gewichts wunderschön. Das Stoffgewicht gibt dem Material Substanz, während der weiche Fall dafür sorgt, dass das fertige Kleidungsstück nicht unnötig steif wirkt.

Dadurch bekommst du einen Stoff, der sich für gemütliche Kleidung ebenso eignet wie für Schnitte, bei denen der Fall des Stoffes eine wichtige Rolle spielt.

🧵 Bambus French Terry auf einen Blick
  • ca. 300 g/m² und damit eine kräftigere Stoffqualität
  • weiche, glatte Außenseite
  • sichtbare und gleichzeitig weiche Schlingen auf der Innenseite
  • besonders geschmeidiger Griff
  • schöner, fließender Fall
  • elastisch durch 5 % Elasthan

Bambus French Terry oder Baumwoll-French-Terry – was ist der Unterschied?

Beide Stoffe sind French Terry. Deshalb besitzen beide den typischen Aufbau mit einer glatten Vorderseite und einer weichen Schlingenstruktur auf der Rückseite. Auch klassischer Baumwoll-French-Terry ist weich und angenehm zu tragen.

Der Unterschied zwischen meinen beiden Qualitäten liegt vor allem in der Faserzusammensetzung, dem Gewicht und dem Fall des Stoffes.

Mein klassischer French Terry im Reaktivdruck besteht aus 95 % Baumwolle und 5 % Elasthan und wiegt ca. 250 g/m². Er ist weich, elastisch und vielseitig einsetzbar – zum Beispiel für Hoodies, Sweater, Hosen, Kleider und Kinderkleidung.

Der Bambus French Terry besteht aus 95 % Bambus und 5 % Elasthan und bringt mit ca. 300 g/m² noch einmal deutlich mehr Gewicht mit.

Trotzdem fühlt sich die Bambus-Qualität im direkten Vergleich besonders geschmeidig an und fällt fließender. Das ist gerade deshalb interessant, weil ein höheres Flächengewicht nicht automatisch bedeutet, dass ein Stoff steifer sein muss. Beim Bambus French Terry sorgt das zusätzliche Gewicht vielmehr für Substanz, während der Stoff gleichzeitig weich nach unten fällt.

Baumwoll-French-Terry Bambus French Terry
Material 95 % Baumwolle / 5 % Elasthan 95 % Bambus / 5 % Elasthan
Gewicht ca. 250 g/m² ca. 300 g/m²
Innenseite weiche Schlingenstruktur sehr weiche Schlingenstruktur
Fall weich und vielseitig besonders geschmeidig und fließend
Elastananteil 5 % 5 %

Welche Variante du wählst, hängt deshalb weniger davon ab, welcher Stoff „besser“ ist, sondern davon, welchen Charakter du dir für dein fertiges Nähprojekt wünschst. Für klassische French-Terry-Projekte sind beide geeignet. Wenn du zusätzlich einen besonders geschmeidigen und fließenden Fall möchtest, ist Bambus French Terry eine spannende Alternative.

Bambus Jersey oder Bambus French Terry – welcher Stoff für welches Projekt?

Auch wenn beide Stoffqualitäten auf Bambusbasis angeboten werden, erfüllen Bambus Jersey und Bambus French Terry beim Nähen unterschiedliche Aufgaben.

Bambus Jersey ist leichter und dünner. Dadurch eignet er sich besonders für Kleidungsstücke, die direkt am Körper getragen werden, wenig Volumen benötigen oder besonders leicht fallen sollen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • T-Shirts und Longsleeves
  • Tops
  • Leggings
  • Babybodys
  • Strampler
  • Schlafanzüge
  • leichte Kleider

Bambus French Terry ist dagegen die kräftigere und schwerere Qualität. Mit ca. 300 g/m² eignet er sich für Kleidungsstücke, bei denen mehr Stoffgewicht gewünscht ist, ohne dass auf einen geschmeidigen Fall verzichtet werden soll.

Sehr gut passen beispielsweise:

  • Hoodies und Longhoodies
  • Sweater und Pullover
  • Jogginghosen
  • Pumphosen
  • bequeme Freizeithosen
  • Cardigans
  • Sweatkleider
  • Loungewear
  • gemütliche Zweiteiler

Bei einigen Schnittmustern können beide Qualitäten funktionieren. Ein Kleid ist dafür ein gutes Beispiel: Aus Bambus Jersey wird es leichter und feiner, während Bambus French Terry dem Kleid mehr Gewicht gibt und trotzdem schön fallen kann.

Entscheidend ist deshalb immer auch, für welche Stoffart und welche Dehnbarkeit dein Schnittmuster ausgelegt ist.

Was kann man aus Bambus French Terry nähen?

Bei French Terry denkt man schnell an Hoodies und Jogginghosen – und dafür eignet sich Bambus French Terry natürlich hervorragend. Seine Eigenschaften eröffnen aber noch einige weitere Möglichkeiten.

Hoodies und Sweater bekommen durch das höhere Stoffgewicht eine schöne Substanz. Besonders bei locker geschnittenen oder längeren Modellen kommt gleichzeitig der geschmeidige Fall zur Geltung.

Für Jogginghosen, Pumphosen und andere bequeme Hosen ist die Kombination aus Elastizität und weichem Griff ebenfalls interessant. Der Stoff bringt genügend Gewicht mit, bleibt dabei aber angenehm beweglich.

Auch Cardigans, Longhoodies und Sweatkleider können aus Bambus French Terry sehr schön wirken. Gerade bei diesen Projekten spielt der Fall des Stoffes eine größere Rolle, weil das Kleidungsstück nicht nur bequem sein, sondern sich auch schön an den Körper legen soll.

Für Kinderkleidung kannst du außerdem wunderbar mit Motiv- und Kombistoffen arbeiten. Bei einem Hoodie lassen sich beispielsweise Vorder- und Rückenteil aus einem Motivstoff nähen und mit passenden Ärmeln, Kapuzen oder Taschen kombinieren. Genauso kannst du aus aufeinander abgestimmten Stoffen komplette Sets aus Oberteil und Hose gestalten.

Bambus French Terry richtig nähen

Bambus French Terry kannst du sowohl mit einer normalen Haushaltsnähmaschine als auch mit einer Overlock verarbeiten.

Da der Stoff elastisch ist, sollte auch deine Naht dehnbar bleiben. An der Haushaltsnähmaschine kannst du dafür beispielsweise einen geeigneten Stretchstich oder – abhängig von deiner Maschine – einen schmalen Zickzackstich verwenden.

Welche Nadel eignet sich?

Für elastische Maschenware kommen je nach Stoff und Nähmaschine Jersey- oder Stretch-Nadeln infrage. Welche Variante besser funktioniert, kann sich von Maschine zu Maschine unterscheiden. Wenn du mit einer Jersey-Nadel beispielsweise Fehlstiche bemerkst, kannst du eine Stretch-Nadel ausprobieren.

Meine praktischen Nähhelfer 🧵

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Lass den Stoff beim Nähen möglichst entspannt durch die Maschine laufen und vermeide es, ihn unnötig zu ziehen. Zu viel Zug kann bei elastischen Stoffen dazu führen, dass sich die fertige Naht wellt.

Wenn du Bambus French Terry zum ersten Mal vernähst, lohnt sich außerdem eine kleine Probenaht auf einem Stoffrest. So kannst du testen, welche Nadel und welche Einstellungen mit deiner Maschine am besten funktionieren.

Bambus French Terry zuschneiden & vorwaschen

Beim Zuschneiden sollte der Stoff möglichst spannungsfrei auf deiner Arbeitsfläche liegen. Durch sein höheres Eigengewicht kann ein über die Tischkante hängender Stoffteil am restlichen Material ziehen und es verziehen.

Lege den Stoff deshalb möglichst vollständig auf deine Schneidefläche, richte den Fadenlauf sorgfältig aus und achte darauf, ihn beim Auflegen deiner Schnittteile nicht zu dehnen.

Ein Rollschneider kann bei weichen und elastischen Stoffen besonders praktisch sein, weil der Stoff während des Schneidens flach auf der Unterlage liegen bleiben kann.

Praktisch beim Zuschneiden ✂️

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Vor dem eigentlichen Zuschnitt empfehle ich außerdem, den Stoff einmal zu waschen. So hat er seine erste Wäsche bereits hinter sich, bevor du dein Schnittmuster zuschneidest und vernähst.

Bei Waschtemperatur, Trocknung und Bügeln solltest du dich immer an die Pflegehinweise der jeweiligen Stoffqualität halten.

Bambus French Terry bei Stich & Schere

Wenn du Bambus French Terry bei Stich & Schere bestellen möchtest, gibt es eine Besonderheit: Diese Stoffqualität ist ausschließlich während meiner Reaktivdruck-Vorbestellungen erhältlich.

Sie gehört also nicht zu den Stoffqualitäten, die du dauerhaft im regulären Digitaldruck-Sortiment auswählen kannst.

Während einer Reaktivdruck-Vorbestellung findest du die aktuell verfügbaren Designs gesammelt in der entsprechenden Kollektion. Dort siehst du auch, welche Motive und Stoffqualitäten in der jeweiligen Runde angeboten werden.

💜 Bambus French Terry bei Stich & Schere

Material: 95 % Bambus / 5 % Elasthan
Gewicht: ca. 300 g/m²
Breite: ca. 150 cm
Druckverfahren: Reaktivdruck
Verfügbarkeit: ausschließlich während der Reaktivdruck-Vorbestellung

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Welche Stoffqualität passt zu deinem Projekt?

Ob Bambus Jersey, Baumwoll-French-Terry oder Bambus French Terry zu deinem Projekt passt, hängt am Ende vor allem davon ab, was du nähen möchtest und welchen Fall du dir für das fertige Kleidungsstück wünschst.

Bambus Jersey ist die leichtere Wahl für Shirts, Leggings, Bodys und andere Projekte, bei denen ein dünnerer Stoff gefragt ist.

Baumwoll-French-Terry ist mit ca. 250 g/m² ein vielseitiger Allrounder für Hoodies, Sweater, Hosen und viele weitere Nähprojekte.

Bambus French Terry bringt mit ca. 300 g/m² noch einmal mehr Gewicht und Substanz mit. Seine Besonderheit liegt darin, dass er sich trotzdem ausgesprochen weich und geschmeidig anfühlt und wunderschön fließend fällt. Auch die sichtbare Schlingenstruktur auf der Innenseite ist angenehm weich.

Damit ist er besonders spannend, wenn du einen kräftigeren French Terry suchst, dein fertiges Kleidungsstück aber trotzdem weich fallen und sich angenehm anschmiegen soll.

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